Das Gericht hat fast unverändert die Auslassungen der Anwälte von Monsanto & Co. übernommen. In einer ersten Stellungnahme der Anwälte von Tran To Nga heißt es:

"Es ist festzustellen, dass das Urteil von einer veralteten Auffassung des Prinzips der Immunität ausgeht, die im Gegensatz zu den modernen Prinzipien des internationalen und nationalen Rechts steht.
Man kann nur erstaunt sein darüber, dass das Gericht es als wahr anerkannt hat, dass die betreffenden Unternehmen unter Druck der amerikanischen Regierung gestanden hätten (Agent Orange zu produzieren, gg), obwohl sie doch nur einen Auftrag erhalten hatten, den sie frei waren, anzunehmen oder nicht.
Schwerwiegender noch ist, dass die Anforderungen, die die amerikanische Regierung gestellt hat, nicht die waren, ein Produkt zu liefern, das einen so hohen Dioxingehalt aufwies wie Agent Orange (sodass dieses in den USA verboten gewesen wäre,. gg). Dieser hohe Gehalt war die Folge einer unabhängigen und freien Initiative der betreffenden Unternehmen(und zwar aus Kostentgründen. gg)".

Die Anwälte haben auf Bitten ihrer Mandantin sofort Revision eingelegt und werden in die nächste Instanz gehen.

Die Vereinigung der Vietnamesen in Frankreich hat sofort reagiert und versichert:
" le combat continue pour les victimes !" Der Kampf für die Opfer geht weiter.

Tran To Nga hat gesagt:
"Ich bin enttäuscht, aber nicht traurig. Soweit gekommen zu sein, ist schon ein kleiner Sieg. Wir werden ihn nicht besingen, sondern unsere Wut weiterhin Laut erschallen lassen."

Unser Vorstandsmitglied, der Völkerrechtler Norman Paech, hat inzwischen Einsicht in das Urteil nehmen können. Von ihm wird es im nächsten Viet Nam Kurier eine Einschätzung geben.

Günter Giesenfeld