40jähriges Jubiläum der Freundschaftsgesellschaft

Bericht von Günter Giesenfeld

Schließlich und endlich ist es ein sehr schönes Fest gewesen. Als wir einige Wochen zuvor, schon in den intensiven Vorbereitungen, davon hörten, dass gerade an demselben Tag zu den großen Demonstrationen in der ganzen Bundesrepublik gegen die Freihandelsabkommen aufgerufen wurde, befürchteten wir, dass viel unserer Mitglieder und Freunde, die politisch engagiert sind, dorthin gehen würden (was wir auch getan hätten, hätte der Termin nicht schon lange festgestanden) und deshalb ein nur reduziertes Publikum nach Düsseldorf kommen würde.

Das Fest war dann trotzdem gut besucht. Etwa 50 Mitglieder, Freunde und Kollegen waren gekommen, und natürlich die Delegation aus Hanoi sowie, was bis zuletzt nicht sicher war, auch der vietnamesische Botschafter aus Berlin und der Konsul aus Frankfurt waren gekommen. Die Mühe hatte sich gelohnt.

Unsere Gäste haben sich offensichtlich wohlgefühlt, haben interessiert unsere Ausstellungen und Büchertische besichtigt und – vor allem – die Gelegenheit genutzt, sich in den dafür vorgesehenen Pausen untereinander und mit uns auszutauschen. Am Abend zeigten wir einen neuen vietnamesischen Spielfilm, der viele Besucher sehr beeindruckt hat. Wir dokumentieren in diesem Heft vor allem die offiziellen Reden, aber auch die Grußadressen die teils vorgetragen, teils schriftlich geschickt worden waren, sollen hier gewürdigt werden.

Spektakulärer Höhepunkt des Abends war die Verleihung von Auszeichnungen an die Freundschaftsgesellschaft sowie an drei der Mitglieder des Vorstandes durch den vietnamesischen Staat bzw. durch die Organisation der Freundschaftsgesellschaften in Vietnam, die VUFO. Es war aber auch ein Zeichen enger Freundschaft, das der neue Botschafter der SR Vietnam, SE Doan Xuan Hung, setzte, denn die Zeremonie spielte sich nicht förmlich und kühl, sondern entspannt und in herzlicher Verbundenheit ab.

Seine Rede mag dieses bestätigen, ebenfalls die Rede der Generalsekretärin der VUFO, Frau Pham Thi Thai, die uns seit sehr langer Zeit bekannt ist. Ich selbst habe meine Rede dazu benutzt, nicht nur unsere Arbeit in den 40 Jahren zu umreißen, sondern vor allem unsere seit langem laufende Diskussion über unsere Arbeit angesichts neuester internationaler Entwicklungen fortzuführen. Diese drei Texte dokumentieren wir jeweils in voller Länge.

Anschließend kamen Gäste, Freunde und Kollegen zu Wort, sei es direkt oder per Grußadressen, Weggefährten, mit denen wir teilweise eng zusammenarbeiten. Besonders gefreut haben wir uns über die Anwesenheit zweier Delegierter aus der Schweiz und aus Belgien, die unserer Einladung gefolgt sind. Anjuska Weil, Vorsitzende und Ngoc Dung Moser, Gründungsmitglied der Vereinigung Schweiz-Vietnam brachten Grüße und Glückwünsche ihrer Organisation. Anjuska berichtete über ihre Arbeit und betonte die langjährige Zusammenarbeit mit der Freundschaftsgesellschaft. Edouard Jason brachte die Glückwünsche des leider verhinderten Vorsitzenden der Belgien-Vietnam-Association Pierre Gréga. Aus Frankreich kam ein Mail mit guten Wünschen im Namen der AAFV, von Marie-Hélène Lavallard, die leider krank war.

Auch Vertreter von deutschen befreundeten Organisationen waren anwesend, so Frau Tho Beckmann von terre des hommes, Frau Nguyen My Hanh von der VIFI Der Vorsitzenden der Deutsch-vietnamesischen Gesellschaft in Berlin, Siegfried Sommer, schrieb in einem Brief: „Mit Stolz können auch Sie auf eine lange Tradition der freundschaftlichen Verbundenheit zwischen den Völkern der SR Vietnam und der Bundesrepublik Deutschland zurückblicken. Auch Sie haben mit Ihrer Arbeit einen wichtigen und unschätzbaren Beitrag zur Völkerverständigung geleistet.“ Frau Ingrid Sperling von der Kinderhilfe Hyvong schrieb: „Als langjähriges Mitglied fühle ich mich der Freundschaftsgesellschaft sehr verbunden und danke für die Arbeit, die ihr in 40 Jahren geleistet habt. Da auch wir auf 40 Jahre zurückblicken können, weiß ich, was das bedeutet.“ Grüße und Wünsche kamen auch von der Partei Die Linke aus Düsseldorf und anderen Organisationen und Einzelpersonen.

Einen Beitrag wollen wir in diesem Heft ebenfalls dokumentieren: Sandra Scagliotti schickte uns einen zweieinhalb Seiten langen Text aus Italien, den wir gerne verlesen hätten, aber er war in Französisch verfasst und hat uns erst am Abend vor dem Fest erreicht, da war keine Zeit mehr, ihn noch zu übersetzen.

Ich denke, alle, die da waren, werden mit Freude und Zufriedenheit an unser Fest zurückdenken. Die Atmosphäre von Freundschaft und Vertrauen, die wir erleben durften, wird uns Ansporn sein, trotz düsterer Aussichten, was die Weltlage angeht, unsere Arbeit weiterzuführen.

veröffentlicht im Vietnam Kurier 2/2016

zurück zurückVNK Home