Le Minh Khue

geb. 1949 in der Provinz Thanh Hoa. In den Wirren um die Landreform Anfang der 1950er Jahre verlor sie ihre Eltern, wurde von Verwandten aufgezogen, bei denen sie Gelegenheit hatte, viele Bücher zu lesen. 1965 ging sie freiwillig zur Befreiungsarmee, war Kriegskorrespondentin und Journalistin. Heute ist sie eine der bekanntesten Autorinnen der vietnamesischen Gegenwartsliteratur, und eine Chronistin der letzten vierzig Jahre vietnamesischer Geschichte bis heute. Sie war im Krieg einer Jugendbrigade zugeteilt, die im Bergland die Verbindungswege des sog. Ho Chi Minh-Pfades zu bewachen hatte.

Kleine Tragödien

Ihr erster Text "Ferne Sterne" (erschienen 1968) ist im Krieg entstanden und hat in Vietnam eine Tradition von Kriegsberichten begründet, die authentische Einblicke in die damalige Atmosphäre und die Gedanken der Kämpfer und Kämpferinnen auf dem Schlachtfeld und im Hinterland vermittelten. Außergewöhnlich an Le Minh Khue ist, dass sie später weiter geschrieben hat und nun die Ideale aus dem Befreiungskampf mit der Nachkriegsrealität konfrontiert.

Künstlerisch orientiert sich Le Minh Khue an klassischen Erzählformen, ihre Geschichten von einfachen Leuten, die versuchen, ihr Leben so oder so zu meistern, sind glaubhaft und authentisch. Und ihre "kleinen Tragödien" sind eigentlich große, aber Le Minh Khue konzentriert sich auf die Darstellung ihrer Wirkungen dort, wo Menschen konkret unter ihnen leiden. Das ist, so sagt sie, das Sinnvollste, was ein Schriftsteller tun kann.

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