Günter Giesenfeld, geb. 1938

Land der Reisfelder
Dieser Klassiker erhellt die bewegte dreitausendjährioge Geschichte Indochinas von den Anfängen bis zur Gegenwart. Erste Auflagen des Buchs entstanden in den 1980er Jahren als Reaktion auf die Kriege in Vietnam, Laos und Kambodscha. Um mehr über diese Länder zu erfahren, für deren Kampf um Unabhängigkeit man sich einsetzte, hat Günter Giesenfeld sie bereist, ihre Geschichte studiert und verständlich aufgearbeitet, ohne die Widersprüche einzuebnen. Der gesamte Text wurde überarbeitet und durch Erkenntniss aus inzwischen erschienenen Forschungen ergänzt. Vor allem aber kamen zwei ganz neue Teile hinzu: Einmal der hier erstmals unternommene Versuch, das, was man als "Vietnamkrieg" bezeichnet, aus dem Rückblick und unter dem Eindruck neuerer Ereignisse (Irak, Afghanista) historisch einzuordnen. Zum anderen ist die Darstellung bis in die unmittelbare Gegenwart fortgeführt worden, in der für Vietnam die Notwendigkeit entstanden ist, sich in eine völlig neue Weltordnung zu integrieren.

Heute heißt es oft, Vietnam habe sich dem Kapitalismus ausgeliefert und daher zwar den Krieg gewonnen, den Frieden aber verloren. Dass dies Erwägungen aus einer überholten Perspektive sind, zeigt sich in den neuen Kapiteln. Durch genaue Analysen, mit dem Gespür für noch nicht abschätzbare Entwicklungen entsteht eine aufschlussreiche, geschichtsbewusste Darstellung, die erkennen lässt, wie in der aktuellen Entwicklung dieser Region eine außergewöhnliche Vergangenheit weiterwirkt.

"Wer das Buch liest über die schreckliche Geschichte dreier erstaunlicher Völker, dem braucht man Kolonialismus und Imperialismus nicht mehr gesondert zu erklären." Ultimo, Münster, Nr. 8/14

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